Kontakt
Ballhaus Naunynstraße
akademie der autodidakten
Naunynstr. 27
10997 Berlin
Ansprechpartner/in
Veronika Gerhard
v.gerhard(at)ballhausnaunynstrasse(dot)de
Volkan T.
volkant(at)ballhausnaunynstrasse(dot)de
Tel. +49(0)30 / 34 74 598-81
Fax +49(0)30 / 34 74 598-55
Förderer – akademie der autodidakten lab III
Förderer – akademie der autodidakten lab IV
akademie der autodidakten
Seit 2004 ist die akademie der autodidakten ein konzeptueller Arbeitsansatz von Shermin Langhoff, um jungen begabten migrantischen KünstlerInnen verschiedener Genres, vornehmlich aus dem Filmbereich – die meisten davon Autodidakten ohne akademische Ausbildung – Zugänge zur Kulturproduktion, insbesondere zum Theater zu verschaffen. Im Laufe der Jahre konnten so verschiedene AkteurInnen wie Neco Çelik, Hülya Duyar, Tamer Yiğit und andere in ihren künstlerischen Vorhaben unterstützt und gefördert werden.
Neben diesen Zugängen für junge autodidaktische KünstlerInnen galt der Ansatz von Beginn an auch Projekten der kulturellen Bildung. Im Jahr 2007 produzierte die akademie der autodidakten ihr erstes, vom Fonds Soziokultur und der interkulturellen Projektförderung des Landes Berlin gefördertes, erfolgreiches Theaterprojekt akademie der autodidakten Lab I: Klassentreffen – Die 2. Generation, und 2008 initiierte sie das zweite, von der Schering Stiftung geförderte Musikprojekt akademie der autodidakten Lab II: Ceza & Friends.
Die nachfolgenden Projekte der Kulturellen Bildung am Ballhaus Naunynstraße, wie die Kiez-Monatsschau und Die 3. Generation, stehen im Kontext des weiteren Aufbaus der akademie der autodidakten.
akademie der autodidakten lab III
Kiez-Monatsschau: Nachrichten aus der Naunynstraße
Ein Projekt mit Jugendlichen aus dem umliegenden Kiez und FilmemacherInnen, u.a. Neco Çelik, Liviana Davi, Kemal Hür, Ayla Gottschlich, Serpil Turhan u.a.
Projektleitung: Veronika Gerhard
Ausgehend von der lokalen Verortung in der Naunynstraße in Berlin-Kreuzberg – die im Mediendiskurs als sozialer Brennpunkt gilt – diskutieren Jugendliche Alltagsthemen sowie politisch brisante Ereignisse im Kiez, von denen sie selbst betroffen sind. Ausgestattet mit Kamera und Mikrofon, sammeln sie eigenständig das Material für ihre Filmbeiträge. Diejenigen, die sonst als Objekte in den Medien auftauchen, kommen selbst zu Wort. Die Jugendlichen produzieren Nachrichtensendungen und konfrontieren uns mit ihrer Sicht auf die Dinge.
FilmemacherInnen wie Neco Çelik, Liviana Davi, Kemal Hür, Ayla Gottschlich, Serpil Turhan u.a. begleiten Gruppen von Jugendlichen und unterstützen sie bei der Produktion ihrer eigenen Beiträge und der anschließenden Montage zur Kiez-Schau.
Von September 2008 bis Juli 2009 entstehen vier einstündige Sendungen, die im Ballhaus Naunynstraße einem breitem Publikum präsentiert und anschließend mit den Jugendlichen, ZuschauerInnen aus dem Bezirk, geladenen MedienexpertInnen und PolitikerInnen diskutiert werden.
»Du kannst machen, was du willst, du wirst hier nie dazugehören.« Diese Aussage, wie sie oft von postmigrantischen Jugendlichen zu hören ist, sagt viel über bundesrepublikanische Verhältnisse aus, die es selbst den Kindern und Kindeskindern der eingewanderten Generationen unmöglich macht, sich hier zugehörig zu fühlen.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wer hat überhaupt Zugang zu den Medien und wer kann sich öffentlich Gehör verschaffen? Die Zugänge von MigrantInnen und PostmigrantInnen zu den Medien sind stark unterrepräsentiert. Die aktuelle mediale Debatte über Jugendgewalt zeigt, dass es sich dabei um ein einseitiges Repräsentationsverhältnis handelt - MigrantInnen kommen dabei fast nur als Objekte vor.
Im Rahmen dieses Projekts wechseln die Jugendlichen auf die Produzentenseite und ergreifen selbst das Wort. Gleichzeitig wird ihre Wahrnehmung für eigene rassistische, antisemitische, homophobe und mysogyne Feindbilder geschärft. Die Vermittlung von Grundlagen ästhetischer, künstlerischer und kultureller Ausdrucksformen und -möglichkeiten im Medienbereich wird in dem Projekt eng mit der Stärkung von sozialen Kompetenzen verknüpft.
Das Projekt wird gefördert durch den Fonds Soziokultur und den Projektfonds Kulturelle Bildung des Landes Berlin. Kooperationspartner ist das Jugendzentrum Naunynritze.
akademie der autodidakten lab IV
FERIENLAGER – DIE 3. GENERATION
Von und mit Ozan Aksu, Kader Arslan, Tamer Arslan, İbrahim-Utku, Erdoğan, Duygu Şebnem İnce, Eray Kaya, Lale Mahrt, Çağla Şanalan, Alkım Taş, Çidem Topbaş
Regie/Bühne: Lukas Langhoff
26.–31.3.2009, 20 Uhr
Wiederaufnahme 16.–19.5.2009, 21 Uhr
In Nigel Williams’ Stück Klassenfeind warten die Schüler in einem Klassenzimmer auf ihren neuen Lehrer, den »Klassenfeind«, vor allem, um ihn fertigzumachen. Alle, die bisher die Klasse unterrichten sollten, haben aufgegeben. Als niemand kommt, entschließen sie sich, selbst Lehrer zu spielen, und jeder hält eine »Stunde«. Im Verlaufe dieses Unterrichts erzählen sie von sich, ihren Nöten, ihrem Hass, ihrer Angst und ihren Sehnsüchten.
Mit Klassentreffen – Die 2. Generation, das im Juni in Istanbul zu sehen sein wird, brachte Lukas Langhoff Momentaufnahmen deutsch-türkischen Lebens in Berlin auf die Bühne. Im Mittelpunkt von Ferienlager – Die 3. Generation stehen nunmehr die Kinder dieser zweiten Generation, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind. Zehn Jugendliche, von denen sich nicht wenige voller Stolz als deutsch-türkisch bezeichnen, sprechen auf der Bühne über sich und ihre Stellung in der Gesellschaft. Ihre Geschichten werden in der Inszenierung miteinander ins Spiel gebracht. Zum Vorschein kommen Ausschnitte von Wirklichkeit – unübersichtlich, voller Brüche und Widersprüche; nicht repräsentativ für etwas, sondern vor allem persönlich.
In einem mehrstufigen Produktionsprozess wurden Interviews und Gespräche in der Gruppe aufgezeichnet. Aus diesem Material entstand die Stückfassung. Die Jugendlichen wurden von Anfang an in den künstlerischen Prozess einbezogen. Die Inszenierung bringt ihre Geschichten miteinander ins Spiel; es ensteht eine Collage von Momentaufnahmen des Lebens der Dritten Generation in Berlin: unübersichtlich, voller Brüche, Widersprüche, Überschneidungen und Verschlingungen; nicht repräsentativ, sondern vor allem persönlich.
Ein Projekt von Kultursprünge e.V. im Rahmen der akademie der autodidakten im Ballhaus Naunynstraße, gefördert aus Mitteln des Fonds Darstellende Künste und des Berliner Fonds Kulturelle Bildung.
