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Theater

SÜPERMÄNNER

von İdil Üner & Ensemble

Aufführungen: 1. – 3.3.2018, 20 Uhr & 4.3.2018, 19 Uhr
(with engl. surtitles)

in Anwesenheit der Regisseurin

– english version below –

Türkische Männer haben keine Probleme. Sie sind das Problem. Die Studien darüber sind hierzulande zahlreicher als die Minarette in der Türkei. Teeverrückte Patriarchen, mandeläugige Importbräutigame, prügelwütige Machos, fleißige Hartz-IV-Empfänger, sich am Sack kratzende Verrücktblütler, wohin man blickt. Seit einem halben Jahrhundert wird über diese Abkömmlinge einer Parallelgesellschaft geredet. Nun kommen sie selber zu Wort. Lauter unbekannte Wesen, die Jazz lieben, Buddha verehren, schon mit 14 Jahren planen, Präsident der Türkei zu werden, ihre Söhne an islamistische Fundis verlieren, 40 Jahre brauchen um ihren Ehefrauen endlich mal Blumen zu schenken, im Militärgefängnis vom Paradies auf Erden träumen und von Kreuzberg nach Wannsee fahren, um einmal heiß zu duschen. Sang- und klangvoll erzählen und singen sie ihre Geschichten zwischen euphorischer Lebenslust und abgrundtiefem Weltschmerz, um die Mutter aller Fragen zu beantworten: Wann ist denn nun ein Mann ein Mann?

İdil Üner ist Trägerin des Bundeskurzfilmpreises 2001 und einem breiten Publikum als Schauspielerin aus zahlreichen Filmen namhafter Regisseure wie Fatih Akın und Rolf Schübel bekannt. Nach ihrer Erfolgskomödie Funk is not dead! am Ballhaus Naunynstraße (2011) begibt sie sich bei diesem Theaterrecherche-Projekt in den Alltag männlicher Experten aus drei Generationen. Auf Grundlage von Gesprächen beschreibt sie voller Neugier Lebensläufe von unbekannten Helden. Ausschnitte von Wirklichkeit, voller Widersprüche, nicht repräsentativ, prallen auf verknöcherte Weltbilder (nicht nur) der Mehrheitsgesellschaft. Die Süpermänner bekommen hier die Gelegenheit, dass wir jetzt einmal ihnen selbst zuhören. Nicht mehr, nicht weniger…

Am stärksten ist der Abend, wenn die Männer von den Vätern erzählen. (…) Hier zeigen sie sich als widersprüchliche, verletzliche, empfindsame Wesen. Süper, Mann!

Der Tagesspiegel