In arabischer Sprache mit deutschen Untertiteln
Nach Zeugenaussagen von Aly Sobhy, s.a.h. und Mustafa Said
Regie:
Laila Soliman
Produktion, Licht, Video
Ruud Gielens
Mit Mina El Naggar, Mustafa Said, Shereen Hegazy, Zainab Magdy und Ahmed El Gendy
Im Anschluss Publikumsgespräch
NO TIME FOR ART (1+0)

Von Laila Soliman
Internationales Performance-Festival VOICING RESISTANCE
10. Juni 2012, 19.30 Uhr
Laila Soliman verdichtet in ihrer Serie NO TIME FOR ART Zeugnisse und Notizen aus Briefen und Tagebüchern zu einem eigenen Prozess. In Ergänzung der Folgen 0 und 1 von 2011 wird NO TIME FOR ART 3 am Ballhaus Naunynstraße uraufgeführt.
NO TIME FOR ART / 0: Eine interaktive Performance, die die Märtyrer der Revolution in Ehren hält.
NO TIME FOR ART / 1: "Staatskunde, Lektion Nr. 1: Wie stellt man einen richtigen Verbrecher dar? Molotowcocktails braucht man, Messer und Bomben aus Tee auch. Ordentlich werden diese nun von einem Soldaten vor dem jungen Mann ausgebreitet. Fertig ist die Mise-en-scène für den Fernsehprozess. In der Werbepause wird dann weiter gefoltert." In NTFA 1 spinnen sich Handlungsfäden um die Festnahme zweier willkürlich Inhaftierter.
NO TIME FOR ART / 3: Ein Dialog zwischen zwei jungen Männern: Der eine muss den obligatorischen Militärdienst absolvieren. Während die Straßen seiner Stadt brennen, wird der andere, der wegen falscher Verdächtigungen in einer ägyptischen Zelle sitzt, mit Gewalt aus dem Gefängnis entlassen. Ein Jahr später ist der eine frei und der andere wieder im Gefängnis und wartet auf sein Verfahren. Seine Zeugenaussagen gelangen durch geschmuggelte Briefe nach draußen. Die Briefe waren für seine Schwester – die in NTFA 3 seine Rolle spielt – und für die Regisseurin Laila Soliman bestimmt.
Außerdem ist eine permanente Videoinstallation von Laila Soliman und Ruud Gielens zum Thema Staatssicherheit im Foyer des Ballhaus Naunynstraße zu sehen.
Laila Soliman: Geboren 1981, lebt und arbeitet in Kairo und Amsterdam. Seit knapp einem Jahr thematisiert sie in der Dokumentartheaterreihe NO TIME FOR ART Militär- und Polizeigewalt. 2011 erhielt sie den Willy-Brandt-Preis für besonderen politischen Mut.
NO TIME FOR ART
By Laila Soliman
With NO TIME FOR ART, Laila Soliman from Cairo addresses police and military violence and questions the compatibility of documentary theatre and artistic experiment. In addition, we present Mustafa Said in concert, one of the most melodious voices of Tahrir.
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